Der französische Reformator wurde am 10. Juli 1509 als Jean Cauvin in Noyon/Picardie geboren. Calvin studierte in Orleans und Bourges Jura und erwarb 1533 den Doktortitel der Rechte. Im gleichen Jahr verfasste er für einen Freund eine antiklerikal-humanistische Rede, welche ihm den Vorwurf der Ketzerei einbrachte und ihn zur Flucht aus Frankreich zwang. Calvin ging nach Basel und begann 1535 mit dem Theologiestudium. Bereits ein Jahr später veröffentlichte er sein Hauptwerk, die Institutio Christianae Religionis (Unterricht in der christlichen Religion), in welchem er seine protestantische Theologie zusammenfasste. 

In Genf beschloss 1541 der Stadtrat Calvins neue Kirchenordnung. Diese beinhaltete neben der Verkündigung des Wortes Gottes auch eine strenge Gemeindezucht und den Kampf gegen den Sittenverfall. Calvin setzte sich für die Armenversorgung ein und verteidigte die in Frankreich verfolgten Protestanten. Während er sich als Schüler und Vollender von Luthers Reformation bezeichnete, beeinflusste Calvin durch seine Schriften andere europäische Reformatoren, wie den Schotten John Knox.

Johannes Calvin starb am 27. Mai 1564 in Genf. Neben Martin Luther ist er der einflussreichste Reformator. Schon zu Lebzeiten wurden seine Bestrebungen und Reformen als calvinistisch bezeichnet. Heute ist der Calvinismus eine der weltweit verbreitetsten Strömungen des evangelischen Glaubens.

 

Michael Achhammer | luther2017.de   Foto: epd bild