Johannes Bugenhagen wurde am 24. Juni 1485 im pommerschen Wollin geboren. 1509 erhielt er die Priesterweihe und wurde Vikar an der Marienkirche in Treptow. Als Lektor der Mönchsschule des Kloster Belbuck befasste er sich mit den Ideen des Humanismus und der Reformation.

 

Beeinflusst von seinem Briefwechsel mit Martin Luther beschloss Bugenhagen, 1521 nach Wittenberg zu reisen. Dort begann er mit dem Theologiestudium und wurde im Oktober 1523 zum ersten evangelischen Pfarrer der Wittenberger Stadtkirche gewählt. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits ein Jahr mit Walpurga verheiratet. Seine Berufung zum Stadtpfarrer war damit ein deutliches Zeichen gegen das Zölibat.

 

Schnell wurde er ein enger Vertrauter Luthers. Als Stadtpfarrer schloss Bugenhagen 1525 auch Luthers Ehe mit Katharina von Bora und taufte deren Kinder. Er arbeitete mit den anderen Reformatoren an der Bibelübersetzung und übertrug diese später ins Nieder-deutsche. Aufgrund seiner Schriften und Reisen erhielt er den Beinamen Reformator des Nordens. Johannes Bugenhagen starb am 20. April 1558 und wurde in der Wittenberger Stadtkirche beigesetzt.

 

 

Michael Achhammer | luther2017.de   Foto: Lotz