Eine Seelsorgerin für die Reichelsheimer

 

Pfarrerin Angela Schwalbe ins Amt eingeführt –
Wunsch nach langem Verweilen


Ein Fest für ihre Pfarrerin feierten die Reichelsheimer, Dorn-Assenheimer und Heuchelheimer am Sonntag. Angela Schwalbe, die bereits seit zwei Jahren in den drei Ortschaften die Menschen im Blick hat, Kinder tauft, Verliebte traut, Verstorbene verabschiedet wurde offiziell in ihr Amt eingeführt.

 

„Angela Schwalbe ist eine Pastorin, sie sorgt sich um die Menschen“, stellte Dekan Volkhard Guth die Seelsorgerin vor. Pfarrer sei eher ein Begriff, der einen Zuständigkeitsraum definiere. Bei Schwalbe stehe der Mensch im Mittelpunkt, sie sei eine ausgewiesene Seelsorgerin, was das Wort Pastorin ausdrücke. Sie ist längst in den Gemeinden angekommen, seit sie vor zwei Jahren die Mutterschutz- und Elternzeitvertretung für ihre Vorgängerin Amélie Sinapius übernahm. Als Sinapius die Pfarrstelle aufgab, beschlossen die Kirchenvorstände, dass auf eine langwierige Stellenausschreibung verzichtet werden soll. Sie wünschten sich, dass Schwalbe bleibt.

 

„Sie hat seelsorgerisches Talent,  von ihrer Fähigkeit liebevoll und zugewandt zuhören zu können, konnten schon viele in unseren Gemeinden profitieren“, sagte die Heuchelheimer Kirchenvorsteherin Ines Dauernheim.

„Sie kann zuhören und schweigen“, verriet Helmar Schwalbe über seine Tochter.

„Bei ihr ist der Beruf eine Berufung“, urteilte VdK-Vorsitzender Gerd Wagner.

„Ich habe den bisherigen Austausch mit ihr genossen“, bescheinigte Stadtverordnetenvorsteherin Lena Herget. „Sie geht zu den Menschen, ich gratuliere den Gemeinden zu dieser herausragenden Wahl.“

Sandra Fritsch vom Beienheimer Kirchenvorstand, wo seit Jahren kein Pfarrer im Pfarrhaus lebt,  rief der Nachbargemeinde zu: „Präsenz in der Gemeinde hat nichts mit dem Wohnort zu tun.“

Das Volkslied „Es kommt ein Vogel geflogen“, sangen die Frauen-Mittendrin auf Schwalbe bezogen: „Lieber Vogel flieg nicht weiter, weil du hier bleiben musst.“  

Stadträtin Christa Stolle überbrachte das Geschenk der Kommune mit einer besonderen Helferin: Rosalie, die mit ihrer Familie aus Syrien flüchtete und nun in Dorn-Assenheim ein neues zu Hause gefunden hat.

 

Dass Schwalbe ihren Wirkungskreis mit all den Bedenken, Ängsten und Sorgen genau kennt, sprach sie in ihrer Predigt an. Sie nannte die Wechsel im Pfarrhaus in den vergangenen Jahren, den Wunsch der Christen nach Kontinuität,  die Sorge der Menschen, wie es sein wird, wenn die Pfarrerin nicht im Ort wohnt. „Ich brauche exakt 17 Minuten von Münzenberg hierher, das ist verglichen mit Pendlern, die täglich nach Frankfurt fahren nichts.“

Wie positiv sich der Mut zum Wechsel auswirken kann, beschrieb sie am Beispiel des Gesangvereins Liederkranz, der sich ein neues Image mit vielen jungen Stimmen zugelegte und der den Gottesdienst mitgestaltete. „Wer Neues wagt, dem gelingt viel Gutes“, sprach sie ihrer Gemeinde Mut zu. Nichts bleibe im Leben wie es ist, das Bruchstückhafte gehöre dazu. Es werde gelingen,  die nach Reichelsheim geflüchteten Menschen zu integrieren. „Christen haben die Pflicht zuversichtlich zu bleiben“, erklärte Schwalbe. Jesus Christus liefere den inneren roten Faden. In den Gemeinden treffe sie auf viele Engagierte in  Krabbeltreff, Kindergottesdienst, Kirchencafé, Kirchenvorstand und die selbstbewussten Jugendlichen, die als Konfiteamer mehr und mehr Verantwortung übernehmen wollen.

Eines ihrer Steckenpferde sei geistliches Leben, Spiritualität. In der Passionszeit werde sie dazu mit der katholischen Nachbargemeinde Dorn-Assenheim einen ökumenischen Kurs anbieten, lud sie ein.

Dass Schwalbe längst in den Gemeinden angekommen sei, betonte der Reichelsheimer Kirchenvorsteher Manfred Winter. „Wir bedanken uns einerseits für die bisher geleistete Arbeit, wünschen Ausdauer, Stehvermögen und Kraft für die Zukunft.“

Musikalische Bonbons lieferten in dem fast zweistündigen Gottesdienst mit Grußworten neben dem Gesangverein Liederkranz, Organist Ralf Schäfer und Sopranistin Heike von Blanckenburg, die die Gemeinde animierte zu singen: „Wir sind das Salz der Erde.“

 

 

Zur Person

 

Angela Schwalbe (53) lebt im Münzenberger Pfarrhaus. Sie ist seit mehr als 25 Jahren mit Pfarrer Uwe Wagner-Schwalbe verheiratet, die beiden haben zwei Töchter: Lea und Dörte. Aufgewachsen ist Schwalbe im Rheinland, geboren in Gelsenkirchen-Buer. Ihr Theologiestudium absolvierte sie in Wuppertal, Heidelberg und Mainz. Danach kam sie erstmals in die Wetterau, um ihr Vikariat in Friedberg-Bruchenbrücken zu absolvieren. Von dort aus ging’s weiter in den Vogelsberg, wo sie sich mit ihrem Mann eine Pfarrstelle in Homberg-Deckenbach mit den Gemeinden Schadenbach, Büßfeld und Höingen teilte.

Vor 13 Jahren zog die Familie nach Münzenberg, wo Uwe Wagner-Schwalbe seither Pfarrer ist. Angela Schwalbe hatte die Pfarrstelle in Butzbach-Ostheim inne und war anschließend sechs Jahre Klinikseelsorgerin in Bad Nauheim. Zu ihren Hobbys zählt das Singen und Yoga. Sie ist Seelsorge-Spezialistin hat in diesem Aufgabenfeld für Pfarrer etliche Fortbildungen absolviert, außerdem ist sie geistliche Begleiterin.  


                                                    Quelle - Text und Bilder: Wetterauer Zeitung vom 13. September 2016

Einführung von Pfarrerin Angela Schwalbe in ihren Dienst für die Kirchengemeinden Heuchelheim, Reichelsheim mit Dorn-Assenheim. Von links: Dekan Volkhard Guth, Angela Schwalbe, Pfarrer Hilmar Gronau, der ebenso wie der Reichelsheimer Kirchenvorsteher Manfred Winter im Gottesdienst assistierten.
Einführung von Pfarrerin Angela Schwalbe in ihren Dienst für die Kirchengemeinden Heuchelheim, Reichelsheim mit Dorn-Assenheim. Von links: Dekan Volkhard Guth, Angela Schwalbe, Pfarrer Hilmar Gronau, der ebenso wie der Reichelsheimer Kirchenvorsteher Manfred Winter im Gottesdienst assistierten.